Information und Beratung vor Ort

Unsere Gesellschaft verändert sich nicht nur strukturell, auch Lebensmodelle und Ansprüche wandeln sich. Auch an das Wohnen. Alternativen zu herkömmlichen Wohnformen und tragfähige Modelle werden benötigt. So haben sich vielerorts Wohnprojekte, Initiativen und Einzelpersonen zusammen geschlossen, um neue Wohnformen zu entwickeln und gemeinschaftsorientiertes Wohnen zu etablieren.
Allgemeine Informationen über gemeinschaftliches Wohnen finden Sie im Wohnprojekte-Portal der Stiftung Trias (Hattingen). Hier wurden auch Kontaktdaten von Ansprechpartnern in Hessen zusammengetragen, u.a. von regionalen Netzwerken in Frankfurt, Darmstadt, Marburg, Offenbach, aber auch von Beratungsstellen bei Kommunen und anderen öffentlichen Institutionen.

Frankfurt

In Hessen ist es vor allem die Stadt Frankfurt, die aktiv gemeinschaftliches Wohnen fördert. Sie unterstützt das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e.V. nicht nur finanziell, gemeinsam wird z.B. die Informationsbörse für genossenschaftliches und gemeinschaftliches Wohnen u.v.m. durchgeführt. Flankierend hat die Stadt einen Liegenschaftsfonds aufgelegt und die Vergabepraxis geregelt (u.a. durch Anwendung der Konzeptvergabe), um die Verwirklichung von gemeinschaftlichen Wohnprojekten zu erleichtern.
Auf dem Riedberg in Frankfurt am Main wurden zum Beispiel in den letzten Jahren im Quartier Altkönigblick einige gemeinschaftliche Wohnprojekte verwirklicht. Im Mai 2017 war Richtfest für ein Vorhaben der Wohninitiative gewagt e.V. Es entstehen 14 barrierefreie Wohnungen in unterschiedlichen Größen, die der Beamten-Wohnungs-Verein eG errichtet. Die Wohnungen werden als Genossenschaftswohnungen dauerhaft vergleichsweise günstige Mieten haben. Die künftigen Bewohner hatten die Möglichkeit mit zu planen, u.a. wird es einen Gemeinschaftsraum geben, der auch für Stadtteilaktivitäten zur Verfügung steht. Erstmals kooperierten hier eine traditionelle Frankfurter Genossenschaft und eine Wohninitiative.

Wiesbaden

Seit 1. Februar 2016 existiert bei der SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH, der Treuhänderin für die Wohnungsbauförderung, die „Koordinierungsstelle für Wohninitiativen und Baugemeinschaften“. Sie ist per Telefon (0611) 7780851 oder per E-Mail stadterneuerung-wohnbaufoerderung@seg-wiesbaden.de erreichbar. Der Runde Tisch für Wohninitiativen Wiesbaden gibt ebenfalls Informationen über Wohnprojekte.

Offenbach

In Offenbach existiert der Verein CreativHaus Offenbach e.V., der nicht nur ein Wohnprojekt darstellt, sondern sich auch bei kulturellen und künstlerischen Aktivitäten in Offenbach engagiert.

Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg

Wohnprojekte in und um Darmstadt listen die Internetseiten Wohnprojekte Darmstadt und Familien-willkommen auf. Letztere ist die Kommunikationsplattform für das Lokale Bündnis für Familie der Stadt Darmstadt.
Anfang 2017 haben Menschen aus unterschiedlichen beruflichen und ehrenamtlichen Zusammenhängen ein Netzwerk für neue Wohnformen gegründet. Der Runde Tisch ANDERS WOHNEN möchte besonders im ländlichen Raum informieren, beraten und Mut machen, sich unterschiedlichen Wohnmodellen zu öffnen und organisiert regelmäßig Veranstaltungen zum Thema neue Wohnformen.

Kassel und Landkreis Kassel

In Kassel ist die Regionalstelle des Forums Gemeinschaftliches Wohnen e.V. gemeinsam mit Stadt und Landkreis Kassel aktiv und bietet z.B. eine Baugruppenbörse oder Projektbesichtigungen an. Der Kontakt erfolgt über den AWO Bezirksverband Hessen-Nord e.V. unter regionalstelle@awo-nordhessen.de bzw. Tel. (0561) 5077-137.
Eines der größeren Projekte in Kassel ist das Martini Quartier im vorderen Westen. Hier wird mit einer Nutzung aus Wohnungen, Büros, Praxen und Geschäften ein gemischtes urbanes Quartier gestaltet. Die 2017 gegründete Genossenschaft MartiniQ realisiert dort seit 2018 ein gemeinschaftliches Wohnprojekt.
Kassel weist noch weitere bestehende und neu gegründete gemeinschaftliche Wohnprojekte auf wie das 2017 fertiggestellte Projekt Gemeinsam ins Alter in der Distelbreite oder die Villa Zandoli.

Marburg

In Marburg existiert seit Mitte 2016 eine städtische "Koordinierungsstelle zur Förderung von Wohnprojekten" für Gemeinschaftliches Wohnen - Tel. 06421/201625, Mail: wohnprojekte@marburg-stadt.de. Die Marburger Koordinierungsstelle arbeitet mit der „Gemeinschaftlich-Wohnen/Wohnprojekte“-Sprechstunde im BIP und mit dem Arbeitskreis "Gemeinschaftlich Wohnen/Wohnprojekte" zusammen, in dem wiederum das Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V. (Bundesvereinigung und Hessen), GeWiM e.V:- Gemeinschaftlich Wohnen in Marburg, das Mietshäuser-Syndikat, die Fachstelle Wohnberatung und Stabsstelle Altenplanung im BIP sowie weitere Wohnprojekt-Akteure vetreten sind.
Der Verein GeWiM e.V., der ebenfalls das Ziel des gemeinschaftlichen Wohnens verfolgt, unterstützt in Marburg den Bau eines ersten Wohnprojektes mit drei Häusern. Er hat hierbei die Zusammenarbeit verschiedener Menschen, älterer und jüngerer, mit und ohne Behinderungen, gefördert und begleitet. Durch seine Mitglieder, die dort eingezogen sind, hat er zusammen mit Mitgliedern des Vereins Spectrum e.V. das Wohnprojekt Ockershäuser Allee realisiert.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz existiert eine Landesberatungsstelle "Neues Wohnen Rheinland-Pfalz". Sie bietet Fachberatung aus einer Hand zu Wohnformen mit Pflege und Betreuungsleistungen, zu Konzepten in ländlichen Regionen, zu Netzwerken, zum gemeinschaftlichen Wohnen allgemein oder zur Entwicklung vernetzter Stadt- und Dorfquartiere, aber auch zur Gründung solidarischer Finanzierungsformen, beispielsweise der Verein als Planungsgemeinschaft, die Eigentümergemeinschaft (WEG), die Genossenschaft (eG) oder der Mieter- (bzw. Bewohner-) Verein.
Auch die Bundesvereinigung Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V. bietet eine Wohnprojektbörse, die nach Bundesländern gefiltert werden kann.

Einen Überblick guter Beispiele zum Thema "Gemeinschaftliches Wohnen" finden Sie auch in unserer Rubrik Beispiele.

Infobörsen

FFM-Riedberg

In Kassel, Frankfurt am Main und Wiesbaden finden regelmäßig Informationsbörsen und Veranstaltungen für gemeinschaftliches Wohnen statt, in Frankfurt beispielsweise seit einigen Jahren die Informationsbörse für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen, wo sich gemeinschaftliche Wohninitiativen, Wohnprojekte, Organisationen rund um die Wohnberatung, Wohnungswirtschaft und Fachleute begegnen. Organisiert wird die Infobörse vom Amt für Wohnungswesen der Stadt Frankfurt am Main und dem Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e.V.
Vom 17. - 19. Mai 2019 fanden erneut die Fachtage Gemeinschaftliches Wohnen im Rathaus Wiesbaden statt. Das Programm finden Sie hier.