Genossenschaften

IMG_0190.JPG

Riedberg

Zwischen den beiden Weltkriegen waren in Deutschland schon einmal neue Siedlungs- und Wohnkonzepte in einer sich verändernden Gesellschaft gefragt. Damals entstand u.a. ein vorbildlicher, staatlich geförderter sozialer Wohnungsbau. Bauherren waren vor allem Wohnungsbau- gesellschaften und Baugenossenschaften. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Genossenschaften großen Anteil an der Aufbauleistung und haben zu dieser Zeit die größten Zuwächse an neuen Mitgliedern erlebt.

Auch heute sind Genossenschaften wieder gefragt, vor allem bei privaten Baugruppen. Wohnungsgenossenschaften bieten einen „dritten“ Weg zwischen Eigentum und Miete und ergänzen somit das klassische Angebot am Wohnungsmarkt. Bewohner und Bewohnerinnen von Wohnungs- genossenschaften sind Miteigentümer am gesamten Bestand und haben ein unbefristetes, lebenslanges Wohnrecht. Der Unterschied zu anderen Unternehmensformen besteht darin, dass nicht Gewinnmaximierung, sondern die Förderung der Mitglieder den wesentlichen Unternehmens- zweck darstellt. Der Grundstein der heutigen Genossenschaften wurde bereits 1889 mit dem Genossenschaftsgesetz gelegt, dessen Grundgedanke es ist, dass sich Menschen mit ähnlicher Interessenlage zusammenschließen und durch einen gemeinsamen Geschäftsbetrieb das einzelne Mitglied fördern. Wichtig sind dabei die Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung.

Heute nehmen viele, insbesondere „junge“ Genossenschaften, eine Vorreiterrolle bei der Bewältigung wohnungswirtschaftlicher Herausforderungen ein. Besondere Qualitäten, z.B. in Bezug auf altersgerechtes Wohnen, Generationenwohnen, Gemeinschafts- einrichtungen oder ein hoher ökologischer Anspruch, zeichnen zahlreiche der genossenschaftlichen Bauprojekte aus. Auch gemeinschaftliche Wohnprojekte werden häufig in der Rechtsform der Genossenschaft realisiert.

Insgesamt stehen Wohnungsgenossenschaften für günstige Mieten und lokale Verantwortung. Sie investieren mit langfristiger Perspektive in ihren Bestand bzw. Neubau und leisten daher einen wichtigen Beitrag zur Wohnungsversorgung. Sie sind daher häufig Partner in bestehenden oder im Aufbau befindlichen Bündnissen für Wohnen auf kommunaler Ebene.

Der Bund hat inzischen zahlreiche Publikationen zum Wohnungs- genossenschaften herausgebracht. Z.B. wurde anhand von Fallbeispielen die Bedeutung von Wohnungsgenossenschaften als Partner der Kommunen für bezahlbares Wohnen und Bauen im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) untersucht.

In Hessen sind Genossenschaften im VdW südwest organisiert, der seinen Mitgliedsunternehmen auch eine Rechtsberatung zum Thema Genossenschaften u.a. anbietet.

Deutschlandweit haben sich rund 400 Genossenschaften in der Marketinginitiative der Wohnungsbaugenossenschaften Deutschland e.V. zusammengeschlossen, um genossenschaftliches Wohnen bekannter zu machen und, um bei der Suche nach genossenschaftlichen Partnern zu helfen. 

SERVICE