Altersgerechtes Wohnen

Altersgerechtes Wohnen betrifft unterschiedliche Gruppen von Menschen, zum einen die "jungen Alten" der Generation 60plus, aber auch die "Hochbetagten". Insofern kann Wohnen im Alter in ganz unterschiedlichen Lebensmodellen und Wohnformen stattfinden, in einer ganz normalen Wohnung, in einem umgebauten Haus bzw. einer Wohnung, in einer Senioren-Wohngemeinschaft, in einem Mehrgenerationenhaus, in einer betreuten Wohngruppe oder Einrichtung, als Mieter/in oder als Bauherrengemeinschaft, als Genossenschaft u.v.m. Viele dieser Wohnformen erfordern flexible Baustrukturen und angelagerte Dienstleistungen, um Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Auf Bundes- wie auch auf Landesebene unterstützen zahlreiche Fachberatungsstellen und Netzwerke Ratsuchende und ihre Wohnprojekte, so z.B. die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e. V., das Serviceportal "Zuhause im Alter", das "Kompetenznetzwerk Wohnen", die Caritas und viele andere.

Im Rahmen des bundesweiten Modellprogramms „Gemeinschaftlich Wohnen – selbstbestimmt leben. Prozesse optimieren – Akteure vernetzen – Quartiere stärken“  wurde 2018 eine Orientierungshilfe für Neuere Wohn- und Lebensformen im Alter in Frankfurt “gemeinsam statt einsam” veröffentlicht. Die Broschüre zeigt Wege zur Umsetzung von neuen Wohn- und Pflegeformen in Frankfurt und Umgebung auf.

Das Hessische Sozialministerium bietet eine Suchmaschine "Wohnberatung" an, Angebote und Gesuche für Alten-Wohngemein- schaften, insbesondere im ländlichen Raum in Hessen, finden sich in einem kostenlosen Anzeigen-Portal. In Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt betreibt das Sozialministerium auch die Hessische Fachstelle für Wohnberatung (HFW) anSie informiert über verschiedene Möglichkeiten zur Erlangung einer hohen Wohnqualität, speziell auch zum barrierefreien Bauen und auch zum Wohnen  im Alter. 

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wiederum hält passende Förderprogramme bereit.

Allgemeine Informationen (Links siehe unten) zu Wohnformen im Alter und zu Wohn-Pflege-Gemeinschaften bietet die Schader Stiftung (Darmstadt), Beispiele für Wohn-Pflege-Gemeinschaften und Wohnmodelle für mehrere Generationen werden im Portal Wohnen-wie-ich-will des Nachbarlandes Rheinland-Pfalz dargestellt. 

Einen "Werkzeugkoffer" für Wohn-Pflege-Gemeinschaften bietet die Website der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Die Website versteht sich als Informations- und Wissenspool für Gründer und Betreiber von Wohn-Pflege-Gemeinschaften.

Das Portal Pflege.de informiert nicht nur über die aktuelle Pflege- gesetzgebung, sondern auch über finanzielle Zuwendungen für Senioren-Wohngemeinschaften und gibt Tipps im Zusammenhang mit der Gründung solcher Gemeinschaften, mit barrierefreiem Bauen und Wohnen u.v.m.

Zukunftsfähige Wohn- und Lebensformen und digitale Diensteintegration

Digitale Infrastrukturen sowie intelligente Gebäudetechnik und Wohnassistenzsysteme eröffnen ländlichen Räumen Chancen und ermöglichen selbstbestimmtes Wohnen im Alter. Das Land unterstützt die Vernetzung von Akteuren im Bereich Smart Home und Altersgerechte Assistenzsysteme bzw. Aktives assistiertes Leben (AAL) durch Beratungsstellen und Veranstaltungen.
Weitere Informationen:

Barrierefreiheit

Der Begriff Barrierefreiheit steht für die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der gestalteten Lebensbereiche für alle Menschen. Größtmögliche Barrierefreiheit ist aufgrund der starken demografischen Umwälzungen und der nach der EU-Behindertenrechtskonvention in Deutschland verankerten Ziele der Inklusion eine der großen Herausforderungen der Zukunft.
Für ältere Menschen ist Barrierefreiheit in der Wohnung und im Lebensumfeld eine unabdingbare Voraussetzung, um möglichst lange unabhängig und selbstständig das tägliche Leben meistern zu können.

Umfangreiche Informationen zum Thema finden Sie auf der Website des Hessischen Sozialministeriums und des Hessischen Wirtschaftsministeriums.

Neue Wohnformen im Alter
Mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) wurden neue Möglichkeiten zur wissenschaftlich gestützten Weiterentwicklung und Förderung neuer Wohnformen im Rahmen eines Modellprogramms geschaffen. Mit der Umsetzung des Modellprogramms ist die Forschungsstelle Pflegeversicherung - Neue Wohnformen der GKV beauftragt.

Seit 2015 nehmen bundesweit 54 Projekte an dem Modellprogramm teil, darunter auch zwei Projekte aus Hessen: Der ambulant betreute Wohnverbund in Kassel-Rothenditmold (Heilhaus Kassel gGmbH, in Kassel/Hessen) mit sechs Wohngruppen. Hier ist der Wohnstil (allein, zu zweit, als Gruppe) frei wählbar und Kriseninterventionen erleichtern Übergänge. Daher ist das Projekt eine Alternative zum Pflegeheim für Pflegebedürftige mit Pflegestufe III+. Das Projekt des Vereins piano e. V. ist ebenfalls in Kassel angesiedelt. Kooperationspartner sind hier neben der Stadt Kassel die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Kassel (GWG) sowie fünf gemeinnützige Pflegedienste. Durch den Aufbau von Strukturen, in denen professionelle, familiäre, ehrenamtliche und nachbarschaftliche Hilfen kombiniert werden, soll Menschen mit Unterstützungsbedarf ein selbstständiges Leben mit größtmöglicher Teilhabe und Selbstbestimmung im vertrauten Quartier ermöglicht werden. 

Am 14. September 2017 fand eine „Öffentliche Zwischenbilanz“ des Modellprogramms zur Weiterentwicklung neuer Wohnformen für pflegebedürftige Menschen statt. 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Modellprojekt der GKV sowie zu den einzelnen Projekten vor Ort.

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