Bürgerbeteiligung

Wohnungsbau- bzw. Stadtentwicklungsprojekte sind oftmals umstritten, insbesondere Projekte der Innenentwicklung oder Nachverdichtung können z.B. bei der angestammten Nachbarschaft auf Widerstände stoßen. Aber auch potenzielle Bauvorhaben am Stadtrand lösen häufig heftige Kritik aus, z.B. in Bezug auf den Naturschutz oder die Verkehrsanbindung. Interessen ver­schiedener Akteursgruppen stehen sich gegenüber, wobei diejenigen, die dringend eine Wohnung brauchen, meist nicht zu den Gruppen gehören, die sich in Beteiligungsprozessen Gehör verschaffen.

Es ist daher eine besondere Herausforderung für Kommunen, die richtige Strategie und das richtige Maß der Beteiligung und Einbindung der Öffentlichkeit zu finden, wobei die gesetzlich vorgeschriebene Beteiligung, z.B. im Rahmen der Bauleitplanung, meist nicht ausreichend ist, um Widerstände auszuräumen. Auf der anderen Seite sollten partikulare Interessen gegenüber dem begründeten „Wohl der Allgemeinheit“ und der Wohnraumversorgung kein übermäßiges Gewicht bekommen.

Förderung von Baulanddialogen mit der Bürgerschaft

Das Land Hessen fördert im Programm „Nachhaltiges Wohnumfeld“ zum einen Dialoge mit der Bürgerschaft – sogenannte Baulanddialoge - und zum anderen städtebauliche Konzepte bzw. Wettbewerbe. Beides muss der Entwicklung neuer Wohnbauflächen dienen.
Die Dialoge mit der Bürgerschaft sollen darauf abzielen, Bürgerinnen und Bürger an der Identifizierung von Wohnbauflächen (Flächenkonzept) sowie an der Konkretisierung von konzeptionellen Entwicklungsideen für diese Wohnbauflächen teilhaben zu lassen. Damit soll die Akzeptanz für Wohnbauentwicklung vor Ort gestärkt werden.
Weitere Informationen und Antragsformulare
 


Das Bundesamt für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat mit der Publikation „Miteinander Stadt Entwickeln. Stadtentwicklung, Zivilgesellschaft und bürgerschaftliches Engagement“ eine nützliche Handreichung mit Serviceteil, einschließlich Begriffserklärungen und weiterführender Literatur, veröffentlicht. 

Größere Kommunen geben sich generelle Leitlinien für die Bürgerbeteiligung (z.B. Wiesbaden, Bonn oder Heidelberg), andere publizieren praxisnahe Handlungsempfehlungen bei konkreten Planungsaufgaben, so Berlin mit dem Handbuch Partizipation

SERVICE