Infrastruktur

Mit Infrastruktur sind zunächst alle staatlichen und privaten Einrichtungen, die für eine ausreichende Daseinsvorsorge als erforderlich gelten gemeint. Dabei wird unterteilt in technische Infrastruktur (z. B. Einrichtungen der Verkehrs- und Nachrichtenübermittlung, der Energie- und Wasserversorgung, der Entsorgung) und soziale Infrastruktur (z. B. Schulen, Krankenhäuser, Sport- und Freizeitanlagen, Einkaufsstätten, kulturelle Einrichtungen).

Vor allem die soziale Infrastrukturausstattung ist ein wesentlicher Standortfaktor für die Haushalte, die eine Wohnung nachfragen. Kommunen bietet sich so die Möglichkeit, durch den qualitativen und quantitativen Ausbau der Infrastruktur bei gleichzeitiger aktiver Wohnungsbaupolitik, die Standortvorteile in der Innenstadt, im Stadtteil bzw. im Ortskern gegenüber dem Siedlungsrand zu verbessern. Eine enge Verzahnung zwischen Wohnungsbaupolitik und Infrastrukturplanung ist daher erforderlich.

In vielen Quartieren sind bereits heute die Folgen des demographischen Wandels sichtbar. Die Bevölkerungszusammensetzung hinsichtlich Alters- und Haushaltsstruktur hat sich verändert und erfordert die Anpassung vieler Infrastrukturangebote. Angesichts der immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen sind die Handlungsspielräume der Kommunen jedoch begrenzt. Die Schaffung von neuem Wohnraum bzw. der Umbau im Bestand bietet vielfach die Gelegenheit, die Infrastruktur des betroffenen Quartiers bedarfsgerecht anzupassen und zu modernisieren.

Ein Beispiel bietet die Heinrich-Lübke-Siedlung in Frankfurt am Main: Im Zuge der Sanierung wurden nicht nur die Wohnungsbestände energetisch saniert, sondern die Anzahl der Wohnungen auch erhöht, der öffentliche Raum verbessert sowie die Infrastruktur deutlich modernisiert.

In der Praxis fallen jedoch Entscheidungen zur Siedlungsentwicklung oft auf der Basis unvollständiger Informationen über die Folgekosten. Kommunen benötigen daher Klarheit darüber, was die Flächeninanspruchnahme tatsächlich kostet. Das Deutsche Institut für Urbansitik (DifU) hat hierzu als Arbeitshilfe Werkzeuge und Kosten-Nutzen-Modelle u.v.m. veröffentlicht.