Zusätzlicher Wohnraum im Bestand

Mit der Novelle des Baugesetzbuches 2013 wurde der Grundsatz des Vorrangs der Innenentwicklung als allgemeines Ziel der Bauleitplanung formuliert. Die Vorteile von „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ liegen in der Vermeidung von Landschaftseingriffen und bieten die Möglichkeit, bereits vorhandene Infrastruktur zu nutzen bzw. besser auszulasten. Außerdem besteht in städtisch-integrierten Lagen eine hohe Nachfrage nach Wohnungsangeboten. Zahlreiche allgemeine Informationen zum Thema Innenentwicklung und Flächenrecycling sowie Publikationen, Instrumente und Links stellt das Umweltbundesamt auf seiner Homepage zur Verfügung.

Potenziale der Innenentwicklung für den Wohnungsbau können je nach gegebener städtebaulicher Situation sehr unterschiedlich sein: Das sind z.B. die Schließung von Baulücken, die Ergänzung von Bestandsgebäuden durch Anbauten und Aufstockungen, die Nachverdichtung von Geschosswohnungsbau-Siedlungen der 60er Jahre u.a. Aber auch die Umwandlung von bisher nicht zu Wohnzwecken genutzter Immobilien und die Entwicklung von Konversionsflächen im Innenbereich mit ehemals militärischer oder gewerblicher Nutzung gehören dazu.

Im Zuge der Innenentwicklung bzw. Nachverdichtung sollte grundsätzlich überprüft werden, mit welchen flankierenden Maßnahmen in Bezug auf Freiraum, Klima, Energie, Mobilität oder sozialer Infrastruktur das betroffene Quartier insgesamt aufgewertet werden kann – auch, um ein Angebot an die Nachbarschaft zu machen, deren Situation sich evtl. durch die Baumaßnahmen verschlechtern könnte.

Die zentrale Stellschraube für die vermehrte Bereitstellung von zusätzlichem Wohnraum im Rahmen der Innenentwicklung ist die Mobilisierung von Baugrundstücken und Potenzialen. Die Hemmisse dabei sind jedoch zahlreich, z.B. nicht verkaufs- oder investitionsbereite Eigentümer, schwierige Grundstückszuschnitte oder ungünstige bauordnungsrechtliche Rahmenbedingungen, politische Abwägungsprozesse, vielfältige Akteursinteressen und Widerstände aus der Nachbarschaft.

Um die Potenziale der Innenentwicklung zu verdeutlichen hat das Hessische Umweltministerium als Handlungsvorschlag der Allianz für Wohnen in Hessen einen Leitfaden veröffentlicht, der insbesondere die mit Innenentwicklung und Nachverdichtung verbundenen rechtlichen Fragestellungen beleuchtet.

Informationen zur Innenentwicklung in der Metropolregion FrankfurtRheinMain bietet der Regionalverband So hat der Regionalverband beispielsweise ein webbasiertes GIS-Werkzeug entwickelt, mit dem automatisiert Karten erstellt werden können, die flurstücksbezogen Baulücken und geringfügig bebaute Grundstücke darstellen.

Informationen und Planungshilfen zur Ortsinnenentwicklung finden Sie auf der Homepage des Hessischen Städte- und Gemeindebunds (HStGB)

Themen
Deckblatt
Nachhaltige Innenentwicklung - Beispiele aus Städten und Gemeinden in Hessen
Der Leitfaden zur nachhaltigen Innenentwicklung bietet für kommunale Verwaltungen und Akteure der Wohnungswirtschaft praxisorientierte Informationen zur Herangehensweise und zu Spielräumen bei Nachverdichtungsprojekten sowie fallbezogene Lösungen anhand von guten Beispielen.
RV
Potenziale für Wohnraum im Siedlungsbestand
Der Regionalverband FrankfurtRheinMain unterstützt Kommunen darin, Wohnungsbedarf auch durch Schließen von Baulücken und eine dichtere Bebauung zu decken. Im Rahmen eines Förderprojekts des Bundesumweltministeriums zum klimagerechten Flächenmanagement hat der Regionalverband zusammen mit den Städten Bad Homburg v.d.H. und Frankfurt am Main Wohnraumpotenziale innerhalb des locker bebauten Siedlungsbestands der 50er-, 60er- und 70er-Jahre im Hinblick auf eine ergänzende Bebauung untersucht.
Basel
Aktivierung von Baulandreserven im Innenbereich
Bundesbauministerium (BMUB) und BBSR fördern den Einsatz von Innenentwicklungsmanagern in Modellkommunen. Aalen, Berlin, Hamburg-Altona, Ludwigsfelde, Offenburg, Regensburg, Solingen und Trier erproben den Einsatz von Innenentwicklungsmanagern.
Innenentwicklung und Naturschutz

Bei Bauprojekten im Innenbereich kann ein geplantes Vorhaben Schäden an bestimmten Arten und natürlichen Lebensräumen verursachen. Daher sieht der § 18 BNatSchG bei der Aufstellung, Änderung, Ergänzung oder Aufhebung von B-Plänen oder Satzungen im Innenbereich, eine Arten- und biotopschutzrechtliche Prüfung vor.
Zur Beurteilung der Frage, ob durch das Bauvorhaben Konflikte mit dem Artenschutz zu erwarten sind bzw. eine Schädigung von natürlichen Lebensräumen eintreten könnte, sind...