Umnutzung von bisher nicht zu Wohnzwecken genutzter Immobilien

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Die Umnutzung und Umwandlung von Bestandsgebäuden, die bisher nicht zu Wohnzwecken genutzt wurden, in Wohnimmobilien kann einen Beitrag zur Schaffung von Wohnraum bzw. zur teilweisen Entlastung angespannter Wohnungsmärkte leisten. Allerdings zeigen die Erkenntnisse aus Fallstudien im ExWoSt-Forschungsfeld „Umwandlung von Nichtwohngebäuden in Wohnimmobilien“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) u.a., dass zahlreiche der so geschaffenen Wohnungen im höherpreisigen Segment anzusiedeln sind.

Beispiel: Lyoner Viertel – Transformation eines monofunktionalen Bürogebiets

Das als Bürostandort bekannte „Lyoner Viertel“ im Stadtteil Niederrad in Frankfurt am Main wies einen strukturellen Leerstand von 300.000 qm Bürofläche auf und eine damit einhergehende Leerstandsquote von rund 30 Prozent. Dies war Anlass, im Jahr 2007 einen Transformationsprozess von Nichtwohngebäuden in Wohnimmobilien zu initiieren, mit dem Ziel, ein bisher monofunktionales Bürogebiet zu einem gemischt genutzten Stadtquartier zu entwickeln.

Durch die Aufstellung von Bebauungsplänen wurde zunächst Baurecht für den Wohnungsbau geschaffen. Flankiert wurde dies durch eine aktive Bauberatung von Eigentümern und Investoren. Die Schaffung von Wohnraum im Lyoner Viertel durch Umwandlungs- und Neubauvorhaben hat mittlerweile eine hohe Dynamik erreicht, so dass nun die Errichtung von sozialer Infrastruktur und Nachversorgungseinrichtungen sowie die Aufwertung des öffentlichen Raums anstehen. Anders als bei vielen anderen Konversionsprojekten, die auf Militär- oder Industriebrachen stattfinden, wird in Niederrad die ursprüngliche Nutzung jedoch nicht völlig verdrängt, sondern bleibt weiterhin ein Nutzungsbaustein im Stadtviertel.

Der Endbericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) dokumentiert die Ergebnisse des Modellprojektes „Lyoner Viertel“.